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Reisebericht KOS – Rote Flagge

Rote Flaggen und anhaltender Wind verwehren uns die Möglichkeit endlich wieder ins noch immer warme Meer schwimmen zu gehen. Wir verbringen die Tage mit Lesen, viel Kaffee trinken und genießen die anhaltend guten Speisen am abendlichen Buffet.

Abseits vom Strand des Astir Odysseus liegt leider viel Müll auf den Stränden. Einzelne Schuhe, kaputte Schlauchbote, Zahnbürsten, Rasierer und andere Dinge konfrontieren mich mit Gedanken zur Flüchtlingskrise. Von der Flüchtlingskrise ist hier in TIGAKI nichts spürbar, dennoch bleibt der Gedanke, dass wir hier in Europa auf hohem Niveau jammern und im Gegensatz zu vielen anderen Menschen im Schlaraffenland leben. Mein Beitrag wird die Situation nicht verändern, es muss uns allen aber Bewusst sein, wie nahe die Armut an unseren Grenzen liegt und wie gut wir es haben.

Wir verbringen hier schöne Stunden und die restlichen Tage werden wir sie auch weiter nutzen.
Der erste Akku meines Fotoapparates ist inzwischen auch leer und ich freu mich jetzt sehr auf unsere KOS Rundfahrt, wo ich hoffentlich genug gute Bilder für Euch aufnehmen kann.

Stay tuned!
Euer Gerhard

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Analoge/Digitale Fotografie mit dem Yashinon-DX 50mm F/1:2

Die guten alten Analog Zeiten

Ich kann von mir nicht behaupten, dass ich die guten alten Analog Zeiten wirklich gut gekannt habe.Ich bin mir sicher, dass Du, oder der eine oder andere Leser meines Blogs schon wesentlich mehr über diese Zeit erzählen könnte.

Die Fotos, welche ich mit meiner Canon AE-1 aufgenommen hatte, brachte ich immer zur SCHLECKER Filiale in meiner Heimatgemeinde zur Entwicklung. Dort steckte ich die Filmdosen in die klassischen Fototaschen, kreuzte meine Entwicklungswünsche an und erhielt die Negative sowie die fertig entwickelten Bilder nach ungefähr 1-2 Wochen wieder zurück.

Entgegen den heutigen Digitalbildern die man sofort am Kamera Display beurteilen kann, wurde ich von den entwickelten Bildern sowohl positiv als auch negativ überrascht. Damals war meine Fotografie eine Glückssache, ich hatte von den technischen Grundbedingungen (Blende,Zeit,ISO) kaum eine Ahnung und Fehlbelichtungen waren unvermeidlich.

Die Erfahrung im Umgang mit Chemikalien in der Dunkelkammer fehlt mir komplett und dennoch reizt es mich immer wieder zur analogen Technologie zurückzugreifen.

Ich besitze ein Yashica Objektiv und wollte dieses Objektiv besser kennen lernen und damit verbunden wieder ein Stück mehr das Analog Gefühl der Entschleunigung erleben. Aus diesem Grund habe ich das Yashica Objektiv mittels eines M-42 Adapters an meine Canon DSLR angeschlossen und ein paar Motive fotografiert. Die Erfahrungen die ich dabei gemacht habe, möchte ich gerne mit Dir teilen.

 

Ich kann von mir nicht behaupten, dass ich die guten alten Analog Zeiten wirklich gut gekannt habe. Ich bin mir sicher, dass Du, oder der eine oder andere Leser meines Blogs schon wesentlich mehr über diese Zeit erzählen könnte. Die Fotos, welche ich mit meiner Canon AE-1 aufgenommen hatte, brachte ich immer zur SCHLECKER Filiale in meiner Heimatgemeinde zur Entwicklung. Dort steckte ich die Filmdosen in die klassischen Fototaschen, kreuzte meine Entwicklungswünsche an und erhielt die Negative sowie die fertig entwickelten Bilder nach ungefähr 1-2 Wochen wieder zurück. Entgegen den heutigen Digitalbildern wurde ich von den entwickelten Bildern sowohl positiv als auch negativ überrascht. Damals war meine Fotografie eine Glückssache, ich hatte von den technischen Grundbedinungen (Blende,Zeit,ISO) kaum eine Ahnung und Fehlbelichtungen waren unvermeidlich. Die Erfahrung im Umgang mit Chemikalien in der Dunkelkammer fehlt mir komplett und dennoch reizt es mich immer wieder zur analogen Technologie zurückzugreifen. Neben meiner Zenith XP 12 und der HOLGA besitze ich auch noch eine Yashica Objektiv. Ich wollte dieses Objektiv besser kennen lernen und wieder ein Stück mehr das Analog Gefühl der Entschleunigung erleben. Aus diesem Grund habe ich das Yashica Objektiv mittels eines M-42 Adapters an meine Canon DSLR angeschlossen und ein paar Motive fotografiert. Die Erfahrungen die ich dabei gemacht habe, möchte ich gerne mit Dir teilen. Ich habe alle Bilder unter folgenden Voraussetzungen aufgenommen: Als Lichtquelle diente Ausschließlich Available Light mit Unterstützung von Aufhellern (Reflektor, Weißes Papier) Fokussierung über mittleren AF Punkt via Fokus Bestätigung Alle Bilder entstanden 'Out of the cam' im JPEG Format Kamera: Einsteiger DSLR - Canon EOS 1100 Objektiv: Yashica Auto Yashinon-DX 12 M-42 Adapter: Den M-42 Adapter gibt es für kleines Geld (

EOS 1100D mit Auto Yashinon-DX 50mm f/1:2

Ich habe alle Bilder unter folgenden Voraussetzungen aufgenommen:

  • Als Lichtquelle diente Ausschließlich Available Light mit Unterstützung von Aufhellern (Reflektor, Weißes Papier)
  • Fokussierung über mittleren AF Punkt via Fokus Bestätigung
  • Alle Bilder entstanden ‚Out of the cam‘ im JPEG Format
  • Kamera: Einsteiger DSLR – Canon EOS 1100
  • Objektiv: Yashica Auto Yashinon-DX 12

Inhalte:
1.) Zum Start
2.) Das YASHICA ‚Auto Yashinon-DX F/1:2 50mm‘ Objektiv
3.) Grundlagen des M-42 Gewindes
4.) Der M-42 Adapter
5.) Beispielbilder
6.) Fazit


Das YASHICA ‚Auto Yashinon-DX F/1:2 50mm‘ Objektiv

Beim Auto Yashinon-DX F/1:2 50 mm Objektiv handelt es sich um ein robust gebautes Objektiv. Das Objektiv wiegt mit seiner Metallbauweise gerade einmal 200 Gramm und liegt super in der Hand.

Das Objektiv ist über des gesamten Bereich leicht beweglich und rastet in ganzen Blendenstufen (bis F/16) ein. Der Fokus mit einer Naheinstellgrenze von einem halben Meter ist gleichmäßig leichtgängig. Es hat ein weiches Bokeh, eine milde Schärfe und einen weicheren Kontrast als heutige, moderne Objektive.

Mir gefällt an diesem Objektiv die originale Farbwiedergabe und das weiche Bokeh mit welchem man das gewählte Motiv super freistellen kann. Das fokussieren gelang bei großen Blendenstufen präzise und schnell. Bei den Blendenstufen elf und sechzehn gelang mir die Fokussierung leider nicht. Den Grund dafür kenne ich nicht, kann mir aber vorstellen, dass das vorhandene Licht zur Fokussierung nicht ausreicht.

Der derzeitige Preis für das gebrauchte Objektiv liegt bei rund 50 Euro.


Grundlagen des M-42 Gewindes

Die Schraubgewinde M39, M40 und M42 bilden den Vorläufer der heute am Markt üblichen Bajonettanschlüsse und wurden bis in die 1970er Jahre hergestellt. Vor allem das M42-Gewinde bietet auch heute noch einen günstigen Zugang zur analogen Spiegelreflex-Fotografie mit hochwertigen Optiken, die für andere Anschlüsse (neu wie gebraucht) meist teurer ausfallen.
In den USA spielt der T2-Anschluss eine ähnliche Rolle wie M42 in Europa. Weitere genormte Gewindeanschlüsse sind das C-Mount und das CS-Mount.

Quelle: Wikipedia


M-42 Adapter:

Den M-42 Adapter gibt es für kleines Geld (<15 EUR) im Internet zu kaufen und er passt auf Grund seiner schmalen Bauweise in jede Fototasche. Es gibt den Adapter sowohl in der rein mechanisch als auch in der Variante mit Chip zu kaufen. Ich habe mich zur Variante mit dem Chip entschieden.

M-42 Adapter mit Chip

M-42 Adapter mit Chip

M42_AF_Chip (7 von 8)

Yashinon Objektiv mit aufgeschraubten M-42 Adapter

Im Gegensatz zur mechanischen Variante besitzt der elektronische Adapter einen Chip, der die AF-Bestätigung der Kamera aktiviert. Eine manuelle Fokussierung ist zwar noch notwendig. Sobald das Objektiv jedoch korrekt scharfgestellt ist, leuchtet im Kamerasucher das AF-Licht auf. Diese AF-Bestätigung hilft beim manuellen Scharfstellen.

Bei meiner EOS 1100D bin ich auf dieses AF Licht angewiesen, da der Austausch der Mattscheibe zur korrekten Fokussierung nicht möglich ist. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die besten Ergebnisse erzielt, wenn man ausschließlich den mittleren AF Punkt verwendet.

Die Blendeneinstellung erfolgt manuell am Yashica Objektiv (F/2.0 – F/16). Die Belichtungszeit kann entweder manuell an der Kamera eingestellt oder im Zeitautomatik-Modus (Blendenpriorität) von der Kamera berechnet werden.

Vereinzelt kommt es vor, dass die Kamera das Objektiv nicht richtig erkennt, oder eine Fehlermeldung ‚Error‘ anzeigt. In diesem Fall rate ich Dir die Kamera auszuschalten, das Objektiv kurz abzunehmen und wieder anzuschrauben.

Solche Adapter gibt es natürlich auch für andere Kamerahersteller wie Nikon und Sony.


Die Beispielbilder

Die Bilder habe ich allesamt im JPEG Format aufgenommen. Ich wollte Euch damit einen so realitätsnahen und unverfälschten Eindruck zur Wiedergabequalität des Objektivs wie möglich gewährleisten. Mir ist bewusst, dass es noch viele andere Einflussfaktoren zur Wiedergabequalität beitragen, für einen ersten Eindruck sollten diese Bilder allerdings ausreichen.

 

 

Fazit:
Die Arbeit mit dem Yashica Objektiv hat mir sehr viel Spaß gemacht und das Objektiv werde ich sicher weiter behalten und hin und wieder einsetzen. Dennoch überwiegen für mich auf Grund der technischen Restriktionen die Vorteile der modernen Digitalfotografie.

Die analoge Anmutung der Bilder erinnert mich immer wieder an die ersten Gehversuche mit meiner Canon AE-1 und an die zahlreichen Fotodosen die ich als Jugendlicher immer zum Entwickeln gebracht habe.

Euch wie immer ein gutes Licht!
Euer Gerhard

Zum Start

Zitat der Woche (2)

„Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut.“

Henri Cartier-Bresson (1908 – 2004) war ein französischer Fotograf, Regisseur, Schauspieler, Zeichner, Maler und Mitbegründer der Fotoagentur Magnum. Er wurde durch seine künstlerische Schwarzweißfotografie bekannt.

Peacock / Pfau

Sure, today wasn´t the weather for going out and shooting pictures. It was very cold outside, but we decided to visit a lookout point to have a great view over the Rhein Thal near Remagen. We went for a short walk in the nearby forest.Although the weather was too cloudy, too windy and too cold, there was an occasion to shoot a peacock with beautiful colours and wide open feathers.

It was a little bit tricky to shoot the peacock through the fence and catch him in the right moment, but I’m happy with the result.

So well, never mind and take the camera always with you, you’ll never know which beautiful motive is around you.

Stay tuned!
Gerhard

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Die Zoofotografen

Ein Besuch der Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen war eine gute Gelegenheit wieder ein paar Fotos zu schießen. Nachdem ich zur Zeit ohnehin keine Brennweite über 105mm besitze und die DSLR wiederum nicht mit mir herumschleppen wollte, entschied ich mich für meine Kompaktkamera.

Fotografische Motive gab es in diesem toll gestalteten Zoo genug und so konnte ich fröhlich drauf los knipsen. Zwei Dinge habe ich mir beim Tiere fotografieren gemerkt. Tiere bewegen sich bekanntlich sehr schnell, man braucht also viel Geduld um den richtigen Moment zu erwischen und gleichzeitig muss man bei entsprechend kurzer Verschlusszeit schnell fokussieren und abdrücken können.

Nachdem es vor Ort sehr schwül war und ich ohnehin ein ungeduldiger Mensch bin, die Kamera aufgrund Ihrer Kompaktheit logischerweise auch nicht schnell genug fokussieren konnte, gelang mir natürlich nicht jedes Motiv mit der gewünschten Bildaussage. Die zwei Bilder die mir am besten Gefallen möchte ich Euch jedenfalls nicht vorenthalten.

Bei näherer Beobachtung der Zoobesucher sind mir zudem zwei Fotografen Typen aufgefallen:

• Die ‚ZuVielGeldinderTascheHaber‘:  
Vor Ort waren überdurchschnittlich viel Hobbyfotografen mit Objektiven jenseits der 2.500,– EURO Grenze die den Zoo gar nicht bewusst wahrnehmen konnten.
Diese Fotografen Typen waren bei jedem Gehege nur zwischen fünf und zehn Sekunden vor Ort und knipsten was das Zeug hielt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei solch einem hastigen Fotografieren eine bewusste Bildaussage zu einem Motiv entstehen kann. Ich glaube vielmehr, dass es hier um die bekannte Materialschlacht ‚Wer hat die beste Kamera mit dem teuersten Objektiv ?‘ geht.

• Die ‚Smartphonefotografen‘:
Ich find die Körperhaltung der Smartphonefotografen höchst amüsant. Da sieht man Menschen jeglichen Alters die mit Smartphones alle möglichen und unmöglichen verrenkten Körperhaltungen einnehmen weil sie das kleine Display bei zu viel Sonne nicht mehr sehen können, oder die Arme in die Höhe oder Tiefe strecken um das Motiv wenigstens irgendwie einzufangen.
Wäre ich Karikaturist, würde ich Stundenlang im Zoo sitzen um all diese Menschen beim Fotografieren abzuzeichnen. Für den Streetfotografen könnten das auch spannende Motive sein, oder? Wäre auch einmal spannend zu erkunden wie viele Facebook Posts so pro Minute aus dem Zoo erstellt werden?

Ich kann mir vorstellen, daß Anthropologen und Soziologen genügend Studieninhalte vor Ort im Zoo finden würden. Menschen wie ich mit einer Kompaktkamera arbeiten müssen wohl schon zu den besonders unter ‚Artenschutz‘ zu stellenden Fotografentypen gehören, oder?

Viel Spaß beim Zoobesuch wünscht und wie immer ‚Stay tuned‘

Euer Gerhard

Link:

Zoom Erlebniswelt: www.zoom-erlebniswelt.de

 

Gastbeitrag: Fotograf/i/e/r/en – soziologisch betrachtet

Mein lieber Freund Gerhard hat mich ersucht, zu seinem Fotoblog etwas soziologischen Senf beizusteuern. Das will ich hiermit in der gebotenen Kürze gerne tun.

 

Zunächst soll gefragt werden, welche Aspekte in einer Soziologie des Fotografierens die wesentlichen der Betrachtung seien? Meines Erachtens zählen die drei folgenden dazu:

1.) eine sozialpsychologische Analyse von vorder- und hintergründigen Motivationen der Fotograf_innen,

2.) eine Sozialfolgenabschätzung rund um den technischen Apparat (insbesondere im Zeitalter der Digitalfotografie) und

3.) eine Theorie über Fotografie als Kunstwerk respektive als illustratives, aber keineswegs immer realistisches Dokument – zwischen Kunstgeschichte und Kommunikations- bzw. Medienwissenschaft.

Aber keine Bange – eine solche analytische Betrachtung würde den Rahmen eines Blogs sprengen und findet hier daher nur sehr verkürzt an einigen Exempeln festgemacht statt. In Wien gibt es derzeit zwei äußerst sehenswerte Ausstellungen zweier ganz großer Künstler, deren Besuch ich nur empfehlen kann (siehe Weblinks unten).


Meisterliche Beherrschung

Im fotografischen Frühwerk des späteren Starregisseurs Stanley Kubrick wird bereits seine einmalige handwerklich-kompositorische Begabung sichtbar – ebenso wie die psychologische Disposition, die in seinen späteren filmischen Meisterwerken viele der Schauspieler_innen zu grenzgenialen Darstellungen motivierte (man denke nur an die Nicholson/Duvall in „The Shining“ oder Cruise/Kidman in „Eyes wide shut“). Bei Kubrick als Fotograf wie auch als Regisseur war die charakterliche Neigung zu akribischer Vorbereitung und perfektionistischer Ausführung sowie eine persönlich wohl annähernd zwanghafte Liebe zum Detail – erkennbar in der Gestaltung seiner Sets – zweifelsohne vorhanden. Hinzu kam das inszenatorische Genie seine Bildkompositionen mal offensichtlich, mal versteckt mit Aussagen zu gestalten – bis hinzu subliminal gesendeten Botschaften, die sich aus seiner Kinematografie nur nach sorgfältiger Filmanalyse extrahieren lassen. In seinem Werk blieb also kaum etwas dem Zufall überlassen – ganz nach Kubricks Motto als Künstler: „Real is good, interesting is better!“

 

Soziokultureller Einblick

In Michelangelo Antonionis Kultfilm „Blow-up“ (1966) wird die Berufung des Gesellschaftsfotografen thematisiert. – Bevor noch die „Paparazzis“ als (notwendiges) Übel für die High Society gebrandmarkt wurden. Das Psychogramm eines voyeuristisch veranlagten Narzissten wird darin ebenso deutlich wie der aufklärerische „Erfolg“ des enthüllenden Bilddokuments. Wie in der gleichnamigen Schau in der Wiener Albertina diskutiert, steht das nachbearbeitete Foto („blow-ups“ sind Vergrößerungen) aber stets im Verdacht, eine Verfälschung der Realität zu reproduzieren. Oder eben auch – wie im Film – die dem Auge des Fotografen nicht unmittelbar erfassbare „Realität“ durch die mögliche vertiefende Betrachtung sogar zu erweitern. Beides Aspekte des Fotografierens, die sowohl in philosophischer Diskussion (etwa in Walter Benjamins Klassiker „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“) als auch in der Kommunikations- und Medienwissenschaft von zentraler Bedeutung sind.

Die Ausstellung „Blow-up“ referiert zur Lust am Fotografieren neben stylishen (Mode-)Shootings aber auch die sozialkritisch motivierte Ablichtung des Lebens abseits der Reichen und der Schönen. Eine Aufgabe, die heute vor allem von Pressefotografen erwartet wird – aber auch zunehmend von den zahlreichen bereits sehr kompetenten Amateur-Fotografen, die – seit der ersten, leicht zu bedienenden „Leica“ bis zur heutigen Digitalfotografie – täglich Abermillionen an Schnappschüssen zu produzieren imstande sind.

 

Und ewig lockt das Weib“

Wie an dieser Stelle unschwer vermutet werden darf, zählen zu den Lieblingsmotiven der noch stark überwiegend männlichen Fotografenschaft nach wie vor schöne Frauen. So auch zu sehen in der Galerie Westlicht, wo dem US-amerikanischen Fotografen Garry Winogrand die Schau „Women are beautiful“ gewidmet ist.

Inwieweit also die „Lust am Abdrücken“ einem libidinösen Trieb entspringt und/oder einer sublim ästhetischen Motivation folgt, sei nicht nur der wissenschaftlichen Diskussion überlassen. – Gerade auch in diesem Blog!


Links zu Ausstellungen:

Eyes wide open – Stanley Kubrick als Fotograf“

Blow up – Antonionis Filmklassiker und die Fotografie“

Garry Winogrand – „Women are beautiful“

 

 

Zur Person:
Dr. Bernhard Martin ist Redaktionsmitglied von „soziologie heute“ und lebt in Wien

Die ‚Wilder Wein‘ Textur

Redaktionelle Anmerkung: Vormaliger Titel ‚Die Efeu Textur‘


Vor ein paar Tagen war ich mit meiner Verlobten in Luxemburg auf Kurzurlaub.

Die Stadt Luxemburg bietet unzählige Motive zum fotografieren, doch leider hat der Wettergott nicht mitgespielt und der Himmel war meist eine graue uninteressante Sülze.

Ziemlich zum Ende der Stadtbesichtigung viel mir eine mit weildem Wein überzogene Steinmauer auf. Die Gleichmäßigkeit des wilden Weins und die satte Grüne Farbe boten sich als Motiv für eine Textur an. Diese Textur biete ich hier in meinem Blog als kostenlosen Download an. Wenn Euch die Textur gefällt, dann bitte ich um einen kurzen Kommentar zu diesem Blogbeitrag.

Viel Freude damit,

Stay tuned!
Euer Gerhard

 

EFEU

Wilder Wein