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Zitat der Woche (11) / Henri Cartier-Bresson

Henri Cartier-Bresson widely regarded as one of the great photographers of the 20th century has died aged 95 file photograph

Henri Cartier-Bresson Foto
by: REUTERS/Charles Platiau


„Fotografieren ist wie Bogenschießen: richtig zielen, schnell schießen, abhauen.“


Henri Cartier-Bresson (* 22. August 1908 in Chanteloup-en-Brie, Département Seine-et-Marne, Frankreich; † 3. August 2004 in Montjustin, Provence) war ein französischer Fotograf, Regisseur, Schauspieler, Zeichner, Maler und Mitbegründer der Foto-Agentur Magnum. Er wurde durch seine künstlerische Schwarzweißfotografie bekannt. Im Zweiten Weltkrieg entkam er zweimal aus deutscher Kriegsgefangenschaft und fotografierte die Befreiung von Paris. Weiterlesen

Christian Skrein und die Beatles

Mein Blog ist einerseits eine tolle Beschäftigung und andererseits auch viel Arbeit. Ich schreibe hier primär über den eigenen Weg mit und zur Fotografie und den vielen Erfahrungen die ich dabei sammle. Gleichzeitig möchte ich natürlich auch über aktuelle Ausstellungen, Bücher oder Fotografenportraits informieren.

Jede Woche überlege ich mir verschiedene Themen die ich auf meinem Blog veröffentlichen könnte, schließlich möchte ich meine Leser nicht langweilen oder gar verlieren. Über meine Follower gewinne ich vielfach einen anderen, neuen Einblick in die Welt der Fotografie die mich wiederum inspirieren meinen Blog weiterzuentwickeln.

Heute möchte ich Euch auf eine Beatles Fotoausstellung in Sazburg aufmerksam machen. Ich selbst kann diese Ausstellung aus verschiedenen Gründen leider nicht besuchen, aber die ersten Information über die Ausstellung aus dem Internet verleiteten mich dazu hier auf meinem Blog über die Beatles Ausstellung und den Fotografen Christian Skrein zu schreiben.

Vor 50 Jahren kamen die Beatles für die Dreharbeiten zu ihrem berühmten Film „HELP!“ in die Salzburger Skiregion Obertauern. Der damals 19 jährige Christian Skrein war im März 1966 vor Ort und begleitete die Pilzköpfe bei ihren Dreharbeiten. Die dabei entstandenen Bilder gingen und gehen um die Welt.

Das Salzburg Museum zeigt dazu eine aktuelle Bildausstellung. Christian Skrein war mir bis zum heutigen Zeitpunkt nicht bekannt und es hat mich überrascht, dass es über Skrein weder eine eigene Homepage noch einen Wikipedia Eintrag gibt. Aus diesem Grund habe ich ein wenig im Internet recherchiert und ein paar Informationen zusammengetragen.

Christian Skrein begann in den 1960er Jahren als Fotoreporter, avancierte bald zum Starfotografen der Kunstszene und stieg schließlich zu einem international hoch geschätzten Künstlerporträtisten und Modefotografen auf.

Der Fotograf fotografierte mit seiner Leica das Who ist Who der Prominenz mit klingenden Namen wie Joseph Beuys, Christo, Andy Warhol, Arnulf Rainer, Hundertwasser, Christian Ludwig Attersee oder Hans Hollein. In Pose warfen sich für ihn auch Catherine Deneuve, Gina Lollobrigida, Sean Connery und Grace Kelly.

Gleichzeitig ist Christian Skrein auch ein begeisterter Sammler von Dokumentarfotografie der unter anderen 4500 Bilder der Kubanischen Revolution zusammengetragen hat.

Über die Beatles Ausstellung in Salzburg schreibt das Onlinemedium meinbezirk.at

Für das Salzburg Museum eröffnen sich durch das Gesamtprojekt zwei Möglichkeiten: Einerseits kann die Ausstellung am konkreten Beispiel des Beatles-Besuchs ein Gefühl der gesellschaftlichen Auf- und Umbrüche in Salzburg Mitte der 1960er Jahre vermitteln. Obwohl die Mozartstadt alleine durch die Festspiele bereits über eine jahrzehntelange Erfahrung mit internationalen Starauftritten verfügte, sah sich Salzburg durch die Beatles dennoch erstmalig in dieser Form mit Protagonisten einer neuen Popkultur und Diskussionen über ihre gesellschaftliche Bewertung konfrontiert.

Andererseits kann die Ausstellung mit ihrer Konzentration auf die Bilder Christian Skreins einen musealen Beitrag zur aktuellen Neubewertung von Sichtweisen auf Kontexte und Funktionen fotografischer Bilder leisten. Gegenwärtig werden u.a. Mode- und Reportagefotografien sowie wissenschaftliche und journalistische Aufnahmen laufend in (Kunst)Museen entdeckt, in ihrer bildtheoretischen Bedeutung verhandelt und hinsichtlich ihrer veränderten Rezeption- und Wirkungsgeschichte erörtert. „

Es gibt also Grund genug die Ausstellung von Christian Skrein in Salzburg zu besuchen.

Stay tuned!
Euer Gerhard

Ausstellung:

Salzburg Museum, Neue Residenz, Mozartplatz 1

Fotografien von Christian Skrein.
Di-So 9-17 Uhr

Quellen:

Meinbezirk.at
http://www.meinbezirk.at/salzburg-stadt/kultur/help-die-beatles-in-salzburg-fotografien-von-christian-skrein-d1227901.html

DerStandard.at
http://derstandard.at/1356427311886/Christian-Skrein—Die-Mona-Lisa-der-Fotografie

jungundjung.at
http://jungundjung.at/content.php?id=3&a_id=111

Leica Galerie Sazburg
http://www.leica-galerie-salzburg.at/vorschau.html

Gastbeitrag: Fotograf/i/e/r/en – soziologisch betrachtet

Mein lieber Freund Gerhard hat mich ersucht, zu seinem Fotoblog etwas soziologischen Senf beizusteuern. Das will ich hiermit in der gebotenen Kürze gerne tun.

 

Zunächst soll gefragt werden, welche Aspekte in einer Soziologie des Fotografierens die wesentlichen der Betrachtung seien? Meines Erachtens zählen die drei folgenden dazu:

1.) eine sozialpsychologische Analyse von vorder- und hintergründigen Motivationen der Fotograf_innen,

2.) eine Sozialfolgenabschätzung rund um den technischen Apparat (insbesondere im Zeitalter der Digitalfotografie) und

3.) eine Theorie über Fotografie als Kunstwerk respektive als illustratives, aber keineswegs immer realistisches Dokument – zwischen Kunstgeschichte und Kommunikations- bzw. Medienwissenschaft.

Aber keine Bange – eine solche analytische Betrachtung würde den Rahmen eines Blogs sprengen und findet hier daher nur sehr verkürzt an einigen Exempeln festgemacht statt. In Wien gibt es derzeit zwei äußerst sehenswerte Ausstellungen zweier ganz großer Künstler, deren Besuch ich nur empfehlen kann (siehe Weblinks unten).


Meisterliche Beherrschung

Im fotografischen Frühwerk des späteren Starregisseurs Stanley Kubrick wird bereits seine einmalige handwerklich-kompositorische Begabung sichtbar – ebenso wie die psychologische Disposition, die in seinen späteren filmischen Meisterwerken viele der Schauspieler_innen zu grenzgenialen Darstellungen motivierte (man denke nur an die Nicholson/Duvall in „The Shining“ oder Cruise/Kidman in „Eyes wide shut“). Bei Kubrick als Fotograf wie auch als Regisseur war die charakterliche Neigung zu akribischer Vorbereitung und perfektionistischer Ausführung sowie eine persönlich wohl annähernd zwanghafte Liebe zum Detail – erkennbar in der Gestaltung seiner Sets – zweifelsohne vorhanden. Hinzu kam das inszenatorische Genie seine Bildkompositionen mal offensichtlich, mal versteckt mit Aussagen zu gestalten – bis hinzu subliminal gesendeten Botschaften, die sich aus seiner Kinematografie nur nach sorgfältiger Filmanalyse extrahieren lassen. In seinem Werk blieb also kaum etwas dem Zufall überlassen – ganz nach Kubricks Motto als Künstler: „Real is good, interesting is better!“

 

Soziokultureller Einblick

In Michelangelo Antonionis Kultfilm „Blow-up“ (1966) wird die Berufung des Gesellschaftsfotografen thematisiert. – Bevor noch die „Paparazzis“ als (notwendiges) Übel für die High Society gebrandmarkt wurden. Das Psychogramm eines voyeuristisch veranlagten Narzissten wird darin ebenso deutlich wie der aufklärerische „Erfolg“ des enthüllenden Bilddokuments. Wie in der gleichnamigen Schau in der Wiener Albertina diskutiert, steht das nachbearbeitete Foto („blow-ups“ sind Vergrößerungen) aber stets im Verdacht, eine Verfälschung der Realität zu reproduzieren. Oder eben auch – wie im Film – die dem Auge des Fotografen nicht unmittelbar erfassbare „Realität“ durch die mögliche vertiefende Betrachtung sogar zu erweitern. Beides Aspekte des Fotografierens, die sowohl in philosophischer Diskussion (etwa in Walter Benjamins Klassiker „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“) als auch in der Kommunikations- und Medienwissenschaft von zentraler Bedeutung sind.

Die Ausstellung „Blow-up“ referiert zur Lust am Fotografieren neben stylishen (Mode-)Shootings aber auch die sozialkritisch motivierte Ablichtung des Lebens abseits der Reichen und der Schönen. Eine Aufgabe, die heute vor allem von Pressefotografen erwartet wird – aber auch zunehmend von den zahlreichen bereits sehr kompetenten Amateur-Fotografen, die – seit der ersten, leicht zu bedienenden „Leica“ bis zur heutigen Digitalfotografie – täglich Abermillionen an Schnappschüssen zu produzieren imstande sind.

 

Und ewig lockt das Weib“

Wie an dieser Stelle unschwer vermutet werden darf, zählen zu den Lieblingsmotiven der noch stark überwiegend männlichen Fotografenschaft nach wie vor schöne Frauen. So auch zu sehen in der Galerie Westlicht, wo dem US-amerikanischen Fotografen Garry Winogrand die Schau „Women are beautiful“ gewidmet ist.

Inwieweit also die „Lust am Abdrücken“ einem libidinösen Trieb entspringt und/oder einer sublim ästhetischen Motivation folgt, sei nicht nur der wissenschaftlichen Diskussion überlassen. – Gerade auch in diesem Blog!


Links zu Ausstellungen:

Eyes wide open – Stanley Kubrick als Fotograf“

Blow up – Antonionis Filmklassiker und die Fotografie“

Garry Winogrand – „Women are beautiful“

 

 

Zur Person:
Dr. Bernhard Martin ist Redaktionsmitglied von „soziologie heute“ und lebt in Wien