Archiv der Kategorie: Farb Fotografie

Gastbeitrag: Fotograf/i/e/r/en – soziologisch betrachtet

Mein lieber Freund Gerhard hat mich ersucht, zu seinem Fotoblog etwas soziologischen Senf beizusteuern. Das will ich hiermit in der gebotenen Kürze gerne tun.

 

Zunächst soll gefragt werden, welche Aspekte in einer Soziologie des Fotografierens die wesentlichen der Betrachtung seien? Meines Erachtens zählen die drei folgenden dazu:

1.) eine sozialpsychologische Analyse von vorder- und hintergründigen Motivationen der Fotograf_innen,

2.) eine Sozialfolgenabschätzung rund um den technischen Apparat (insbesondere im Zeitalter der Digitalfotografie) und

3.) eine Theorie über Fotografie als Kunstwerk respektive als illustratives, aber keineswegs immer realistisches Dokument – zwischen Kunstgeschichte und Kommunikations- bzw. Medienwissenschaft.

Aber keine Bange – eine solche analytische Betrachtung würde den Rahmen eines Blogs sprengen und findet hier daher nur sehr verkürzt an einigen Exempeln festgemacht statt. In Wien gibt es derzeit zwei äußerst sehenswerte Ausstellungen zweier ganz großer Künstler, deren Besuch ich nur empfehlen kann (siehe Weblinks unten).


Meisterliche Beherrschung

Im fotografischen Frühwerk des späteren Starregisseurs Stanley Kubrick wird bereits seine einmalige handwerklich-kompositorische Begabung sichtbar – ebenso wie die psychologische Disposition, die in seinen späteren filmischen Meisterwerken viele der Schauspieler_innen zu grenzgenialen Darstellungen motivierte (man denke nur an die Nicholson/Duvall in „The Shining“ oder Cruise/Kidman in „Eyes wide shut“). Bei Kubrick als Fotograf wie auch als Regisseur war die charakterliche Neigung zu akribischer Vorbereitung und perfektionistischer Ausführung sowie eine persönlich wohl annähernd zwanghafte Liebe zum Detail – erkennbar in der Gestaltung seiner Sets – zweifelsohne vorhanden. Hinzu kam das inszenatorische Genie seine Bildkompositionen mal offensichtlich, mal versteckt mit Aussagen zu gestalten – bis hinzu subliminal gesendeten Botschaften, die sich aus seiner Kinematografie nur nach sorgfältiger Filmanalyse extrahieren lassen. In seinem Werk blieb also kaum etwas dem Zufall überlassen – ganz nach Kubricks Motto als Künstler: „Real is good, interesting is better!“

 

Soziokultureller Einblick

In Michelangelo Antonionis Kultfilm „Blow-up“ (1966) wird die Berufung des Gesellschaftsfotografen thematisiert. – Bevor noch die „Paparazzis“ als (notwendiges) Übel für die High Society gebrandmarkt wurden. Das Psychogramm eines voyeuristisch veranlagten Narzissten wird darin ebenso deutlich wie der aufklärerische „Erfolg“ des enthüllenden Bilddokuments. Wie in der gleichnamigen Schau in der Wiener Albertina diskutiert, steht das nachbearbeitete Foto („blow-ups“ sind Vergrößerungen) aber stets im Verdacht, eine Verfälschung der Realität zu reproduzieren. Oder eben auch – wie im Film – die dem Auge des Fotografen nicht unmittelbar erfassbare „Realität“ durch die mögliche vertiefende Betrachtung sogar zu erweitern. Beides Aspekte des Fotografierens, die sowohl in philosophischer Diskussion (etwa in Walter Benjamins Klassiker „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“) als auch in der Kommunikations- und Medienwissenschaft von zentraler Bedeutung sind.

Die Ausstellung „Blow-up“ referiert zur Lust am Fotografieren neben stylishen (Mode-)Shootings aber auch die sozialkritisch motivierte Ablichtung des Lebens abseits der Reichen und der Schönen. Eine Aufgabe, die heute vor allem von Pressefotografen erwartet wird – aber auch zunehmend von den zahlreichen bereits sehr kompetenten Amateur-Fotografen, die – seit der ersten, leicht zu bedienenden „Leica“ bis zur heutigen Digitalfotografie – täglich Abermillionen an Schnappschüssen zu produzieren imstande sind.

 

Und ewig lockt das Weib“

Wie an dieser Stelle unschwer vermutet werden darf, zählen zu den Lieblingsmotiven der noch stark überwiegend männlichen Fotografenschaft nach wie vor schöne Frauen. So auch zu sehen in der Galerie Westlicht, wo dem US-amerikanischen Fotografen Garry Winogrand die Schau „Women are beautiful“ gewidmet ist.

Inwieweit also die „Lust am Abdrücken“ einem libidinösen Trieb entspringt und/oder einer sublim ästhetischen Motivation folgt, sei nicht nur der wissenschaftlichen Diskussion überlassen. – Gerade auch in diesem Blog!


Links zu Ausstellungen:

Eyes wide open – Stanley Kubrick als Fotograf“

Blow up – Antonionis Filmklassiker und die Fotografie“

Garry Winogrand – „Women are beautiful“

 

 

Zur Person:
Dr. Bernhard Martin ist Redaktionsmitglied von „soziologie heute“ und lebt in Wien

Das EOS 7D Gerücht

Üblicherweise vermeide ich es hier im Blog über aktuelle Kameratechnik zu schreiben, oder eine Präferenz für eine Marke abzugeben.

Nachdem ich aber vor ein paar Tagen auf der gut informierten Webseite http://www.canonwatch.com gelesen hatte, dass die Canon EOS 7D in den Niederlanden temporär ausverkauft  ist und andere Blogs wiederum im Web vom Auslaufen der 7D schreiben, bin ich nun doch gespannt welche Kamera Canon demnächst vorstellen möchte.

Die Gerüchte für eine EOS 7D Mk II gibt es ja schon seit gut eineinhalb Jahren, aber inzwischen kamen ja die EOS 5D Mk II, EOS 6D und die EOS 70D im oberen Preissegment auf den Markt. Mittlerweile wird auch von einer Ablöse der 7D durch eine neue Nummerierung mit neuen Features gesprochen. 

Ich persönlich hätte an den 7D Nachfolger genau zwei wünsche:

1.)     Eine Auswechselbare Mattscheibe, damit ich auch manuelle Fremdobjektive (Carl Zeiss) an der EOS 7D verwenden kann.

2.)     Den Einbau eines Vollformatsensors, damit ich noch besser im Weitwinkelbereich arbeiten kann. Durch den Crop Faktor sind ja sämtliche Brennweiten um den Faktor 1,6 verlängert.

Das sind jetzt sicher ganz individuelle Wünsche, aber letztendlich benötige ich nicht mehr technischen Schnickschnack und die EOS 7D ist eine Top Kamera die für mich keine weiteren Wünsche offen lässt.

Ich bin schon mal gespannt welche Kameras von Canon auf der Fotochina im September vorgestellt werden und wie sich nachfolgend das Preisgefüge am hochwertigen DSLR Bereich verändern wird.

Stay tuned!
Euer Gerhard 

Buchempfehlung: Fotografie al dente

Wer so wie ich, gerne italienische Küche kocht und isst, der verbindet den Begriff ‚al dente‘ mit der bissfestigkeit von gekochten Nudeln.

Im vorliegenden Buch von Antonio Zambito dient ‚al dente‘ als Qualitätsmerkmal für Fotorezepte in der Architekturfotografie.

Das positive an diesem Buch ist ein wirklich gut gewählter Mix aus Technik, Geometrie und Bildsprache sowie einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Bildbeispielen und begleitendem Text.

Das Buch spart nicht mit Basisknowhow, bietet aber gleichzeitig dem ambitionierten Amateur weiterführende Informationen an. Diese weiterführenden Informationen sind in üblichen Einsteiger Fotografiebüchern nicht integriert und bieten schon alleine deswegen einen Kaufanreiz.

Einziger Wermutstropfen sind die nicht enthaltenen Aufnahmeorte der Motive. Nachdem der Autor mit diesen Bildern sicher Geld verdient ist es jedoch klar, dass er möglichen Nachahmern nicht freiwillig das Feld seiner Kundschaft für professionelle Architekturfotografie überlassen möchte.

Ich empfehle dieses gelungene Buch jedem, der sich näher mit der Architekturfotografie auseinandersetzen möchte und werde wohl einige erlernte Tipps in den nächsten Wochen umsetzen.

Viel Spaß beim Lesen,

stay tuned!
Euer Gerhard

Fotografie al dente

Fotografie al dente von Antonio Zambito

Die ‚Wilder Wein‘ Textur

Redaktionelle Anmerkung: Vormaliger Titel ‚Die Efeu Textur‘


Vor ein paar Tagen war ich mit meiner Verlobten in Luxemburg auf Kurzurlaub.

Die Stadt Luxemburg bietet unzählige Motive zum fotografieren, doch leider hat der Wettergott nicht mitgespielt und der Himmel war meist eine graue uninteressante Sülze.

Ziemlich zum Ende der Stadtbesichtigung viel mir eine mit weildem Wein überzogene Steinmauer auf. Die Gleichmäßigkeit des wilden Weins und die satte Grüne Farbe boten sich als Motiv für eine Textur an. Diese Textur biete ich hier in meinem Blog als kostenlosen Download an. Wenn Euch die Textur gefällt, dann bitte ich um einen kurzen Kommentar zu diesem Blogbeitrag.

Viel Freude damit,

Stay tuned!
Euer Gerhard

 

EFEU

Wilder Wein

Das Bonner Office Port an der Friedrich-Ebert-Allee

Schon seit einigen Wochen hatte ich mir überlegt, einen Bürokomplex an der Bonner Friedrich-Ebert-Allee zu fotografieren. Gestern hab ich mich aufgemacht und das Motiv fotografiert.

Nachdem ich das Foto auf meinem Facebook Profil veröffentlicht hatte, kamen die ersten Fragen wie dieses Bild entstanden sei. Die einen sprachen von HDR, die anderen von Retouche und so stelle ich hier das Rezept für dieses Foto online.

Es war ungefähr 16:00 Uhr, die direkte Mittagssonne war vorüber und somit war die ideale Fotozeit gekommen. Ich stellte das Stativ in der Mitte der im Vordergrund befindlichen Brücke auf und maß mit dem in der Kamera integrierten Belichtungsmesser den blauen Himmel ab.

Ich hielt mich an den Fotografen Tipp:

‚Belichte immer auf die Lichter und nicht auf die Schatten‘

Bei dieser Messung erhielt ich bei Blende 11 einen Messwert von 1/180s Sekunde. Ich wählte den ‚Manuellen‘ Modus der Kamera mit diesen Wert, änderte den Bildausschnitt, fokussierte auf den Bild wichtigen Teil. Ich stellte den Auslöse Timer der Kamera auf zehn Sekunden um kein verwackeltes Bild zu erhalten.

Zur Nachbearbeitung:

  • Entwicklung der RAW Datei (Roh Version ) in Adobe Photoshop

    • Sättigung erhöht

    • Mittleren Kontrast gewählt (S-Kurve)

    • Schatten auf der Brücke via Verlauf reduziert

    • Schärfe auf 80 angehoben

  • Feinbearbeitung in Photoshop

    • Hochpassfilter angewandt

    • Schrift mit meinem Namen integriert

Die Photoshop Bearbeitung hat maximal 5 Prozent des Bildes ausgemacht. Vielmehr war der Umgang mit dem Licht, der Einsatz des Stativs und eine verwacklungsfreie Aufnahme wichtig.

Also, alles keine Hexerei, sondern ein wenig Erfahrung und präzises Arbeiten.

Stay tuned!

Euer Gerhard

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Telekom Office Port

Die Bonner Rheinauen

Einen solch sonnigen Tag wie den heutigen 18. Mai 2014 musste ich ausnutzen und mit meiner Kamera ein paar Aufnahmen im Freien machen. Ich fuhr mit meiner Verlobten nach Bonn zum Freizeitpark Rheinaue und spazierte rund eineinhalb Stunden durch den großzügig angelegten Park. Im Jahr 1979 fand in den Rheinauen die Bundesgartenschau statt.

Für Kinder sind besonders die zahlreich vorhandenen Enten und Gänse an den diversen Seen sehr interessant. Die Enten und Gänse werden ganzjährig durch die Parkbesucher gefüttert und haben keine Scheu vor den Besuchern.

Als Motiv für mein Foto habe ich dieses mal einen der Seen mit den mietbaren Tretboten gewählt. Im Hintergrund sieht man den Post Tower und den Langen Eugen (Sitz zahlreicher UNO Organisationen).

So viel zu meinem neuesten Fotoabenteuer,

Stay tuned!

Euer Gerhard

 

Bonner Rheinauen mit Post Tower und Langen Eugen

Bonner Rheinauen mit Post Tower und Langen Eugen

Die beste Kamera

Ein gerne zitierte Aussage diverser Fotografen besagt, dass die beste Kamera immer diejenige ist die man gerade bei sich hat.
Ich wollte gestern ein Eichkätzchen fotografieren und schraubte mir in der Eile versehentlich ein Weitwinkel an Stelle eines Teleobjektiv an meine Kamera.

Das eigentliche Motiv musste ich mir nachträglich mit einem Bildbearbeitungsprogramm aus dem Bid schneiden um noch – in einer schlechteren Qualität –  an das eigentliche Motiv zu kommen.

Egal, ich hab das Motiv im Kasten und jetzt ist mir klar warum wir so einen überdurchschnittlichen Vogelfutter Bedarf im Garten haben 🙂
Hätte ich nicht abgedrückt, sondern das richtige Objektiv geholt wäre mein Motiv schon verschwunden.

Also „Die beste Kamera ist immer die Kamera die man dabei hat!“

Stay tuned!
Euer Gerhard

 

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Amazon patentiert den weißen Fotohintergrund

Manchmal treibt die Patentierungswut der Amerikaner schon sehr seltsame Blüten. In diesem Fall schreibt ‚der Spiegel Online‘ von der Patentierung des weißen Fotohintergrundes durch das Unternehmen Amazon. Wann wird eigentlich die Natur patentiert, dass keine Landschaftsaufnahmen mehr frei gemacht werden können?

Hier geht‘ zum Artikel

Sehnsucht

Der Blick meiner Verlobten und die feine Struktur des Fliegengitters erzeugt einen ganz eigenen Look. Dieser Look hat mich motiviert  die Bildidee ‚Sehnsucht‘ in die Tat umzusetzen. Das natürliche Licht kam von der Terrasse und mit meinem Lichtstarken 50mm hatte ich die idealen Voraussetzungen für dieses Portrait. Das Bild habe ich bei mir zu Hause in Sankt Augustin aufgenommen.

Ich habe wieder den Programm Modus der Kamera mit S/W Einstellung und dem optionalen digitalen Orangefilter gewählt. Diese Farbstyle habe ich auf eine der frei programmierbaren Modi meiner Digitalkamera gelegt und kann den Farbstyle so jederzeit ohne notwendigen Voreinstellungen spontan nutzen. Am PC habe ich noch den Bildausschnitt verfeinert und die Kontraste verstärkt.

So long,
Stay tuned!

Euer Gerhard

 

EXIF: ISO 400, F 5,6, 1/250 sek bei -1 EV

Sehnsucht

Sehnsucht