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Welche Kamera soll man kaufen?

In den letzten Wochen häufen sich bei mir Anfragen aus dem Familienumfeld und Freundeskreis mit Fragen zum Kamera oder Zubehörkauf.

Folgende oder ähnliche Fragen kennt jeder Hobbyfotograf wahrscheinlich zur genüge:

  • Welche Kamera soll ich kaufen?
  • Soll ich eine Spiegellose oder eine Spiegelreflex Kamera kaufen?
  • Reichen meine Megapixel aus?
  • Ist das eine gute Kamera?
  • Welches Objektiv soll ich kaufen?

Auf all diese Frage stelle ich genau eine Gegenfrage?

  • Für was brauchst Du die Kamera/das Zubehör, was möchtest Du damit machen?

Meistens erhalte ich die Antwort, dass der Käufer mit der Kamera einfach nur schöne Bilder machen möchte. Ihr kennt mein Credo, ein schönes Bild hängt weniger von der Kamera, denn mehr von einer gut getroffenen Bildaussage und deren Umsetzung im Motiv ab. Sicherlich gibt es heute einige technische Features auf die ich nicht verzichten möchte, diese richten sich aber primär an meine persönlichem Bedürfnisse und weniger auf eine allgemeine Gültigkeit.

Die Ergonomie und einfache Bedienbarkeit einer Kamera gehören für mich sicherlich zu den Kernpunkten einer guten Kamera. Die Kamera muss gut in der Hand liegen und die wesentlichen Einstellungen (ISO,Zeit,Blende,Belichtungskorrektur) müssen leicht erreichbar und veränderbar sein. Hier kann ich nur raten die persönlich favorisierten Kameramodelle beim Händler auszuprobieren und das Look und Feel selber zu beurteilen. Mancher Fotograf wird mit der Zeit zum Gewohnheitstier und wird bei Zufriedenheit mit der bestehenden System bei einer Erweiterung oder Neuanschaffung wohl nicht mehr den Hersteller wechseln wollen.

Die Aussage ob eine bereits gekaufte Kamera eine gute oder schlechte Wahl ist, möchte ich nicht treffen. Diese Einschätzung steht mir nicht zu, ich habe mit den meisten Kameras nicht gearbeitet und kenne auch zu wenige Bildresultate um eine Einschätzung treffen zu können. Wenn der Fotograf beim Bild technische und künstlerische Fehler macht, hat das wenig mit der Kamera zu tun. Es gibt genügend Kameratests und online Bewertungen auf diversen Shopping Portalen die bei der Entscheidungsfindung unterstützen können. Auch hier gilt Vorsicht, denn die meisten Bewertungen sind subjektiv, die Beitrage in den Fotozeitungen vom Kamerahersteller subventioniert.

Der Kauf eines Objektives ist noch mal eine eigene Wissenschaft für sich.Es gibt Fotografen die es sich zur Leidenschaft machen, jedes einzelne Bild auf etwaige Objektivfehler zu untersuchen und zu beurteilen. Was zählt mehr, eine gute Bildaussage oder die Korrektur eines im Mikrometer Bereich (µ) liegenden Bildfehlers der von 97% der Bildbetrachter ohnehin nicht erkannt werden kann?

Verzerrungen, Chromatische Aberration und ähnliche Bildstörungen werden heute durch gängige und oft auch mit der Kamera mitgelieferte Softwareprogramme ausgeglichen und können vielfach schon im Vorfeld durch gute Auseinandersetzung mit dem gewählten Motiv vermieden werden.

Eines lässt sich jedoch sagen, investieren Sie mehr in Objektive als in Kameras. Ein paar gut gewählte Objektive erleichtern einem den fotografischen Alltag. Besonders bei Zoomobjektiven verliert man schnell die Nerven, wenn bei jeder Neigung der Kamera der Tubus selbstständig ausfährt (zoomen) und beim re- positionieren der Kamera eine völlig andere Brennweite zur Verfügung steht. Lichtschwache Objektive ( < ƒ/5,6 ) reichen für Schönwetter Fotografie vollkommen aus, geht es aber darum am späteren Nachmittag in Innenräumen ohne Blitz zu fotografieren hört der Spaß mit dem Objektiv schnell auf.

Den Hype um spiegellose Kameras (Systemkameras) kann ich vor Hintergrund des geringen Gewichts der angebotenen Kameras verstehen, es fällt mir allerdings schwer mit den digitalen Displays im Sucher zu arbeiten. Kameras mit digitalem Display aber ohne Sucher kommen für mich nicht in Frage, schließlich möchte ich auch kein Auto ohne Seitenspiegel fahren.

Über die Megapixel einer Kamera habe ich mir noch nie Gedanken gemacht und ich bin mir sicher, dass heute jede handelsübliche Digitalkamera die Bedürfnisse im Non Profi Bereich voll und ganz abdeckt. Ich frag mich überhaupt, ob irgendwer 10 Millionen von 15 Millionen Pixeln unterscheiden kann?

Die heutigen Digitalkameras bieten in den meisten Fällen einen Funktionsumfang an, den man wahrscheinlich nie ausnutzen können wird. Die vielen Spielereien irritieren und lenken von der eigentlichen Auseinandersetzung mit dem Motiv ab. Möchte man ernsthaft fotografieren, benötigt man auch keine voreingestellten Belichtungsautomatiken die einem die kreativen Möglichkeiten eher rauben als erweitern. Alle Belichtungsautomatiken referenzieren letztendlich auf die drei Basiswerte der Belichtung:

  1. ISO Wert
  2. Blende
  3. Zeit

Ich wünsche immer genügend Licht!

Stay tuned,
Euer Gerhard

p.s.: Das Foto zeigt meine erste Digitalkamera, man achte auf die geringe Speicherkapazität der Speicherkarte 😉

Meine erste Digialkamera

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Triptychon

Es ist wieder einmal Zeit ein aktuelles Bild von mir zu veröffentlichen und ein wenig zur Entstehung des Bildes zu erzählen.

Meine Verlobte erhielt von Freunden am Wochenende drei wunderschöne Rosen als Geschenk und diese gefielen mir dermaßen gut, daß ich beschlossen habe diese zu fotografieren.

Ich nahm mir meine Kamera und wechselte zuerst das Objektiv auf 50mm und wählte eine kleine Blende um den Hintergrund der Rosen in die Unschärfe zu bringen.

Das Ergebnis gefiel mir nicht, es war ein unruhiges Bild mit einer Pflanze im Vordergrund. Der Hintergrund mit den Möbeln der Wohnung war immer noch zu überfüllt und gab den Rosen nicht den gebührenden Raum im Motiv.

Wie konnte ich das Problem lösen?
Ganz einfach, ich nahm eine Decke im Wohnzimmer, breitete sie im Hintergrund aus und schaffte damit einen ruhigen ausgeglichen Hintergrund. Ich belichtete auf die weiße Rose, doch der Bildeindruck war mir insgesamt noch zu dunkel.

Nachdem der Sensor ja bekanntlich auf 18% Grau belichtet, entschied ich mich für eine Belichtungskorrektur von +2 EV.Die Belichtung war nun ausreichend und ich musste mich nur mehr mit der Tiefenschärfe beschäftigen. Das vorhandene Licht reichte nicht aus um mit einer großen Blende zu arbeiten und so entschied ich mich für einen hohen ISO Wert.

Der Kompromiss:

  • Die weise Rose und der braune Hintergrund sind sauber belichtet
  • Die rote Rose liegt ein wenig in der Unschärfe, ich konnte aber bei der vorhanden Belichtungszeit noch immer auf den Einsatz eines Stativs verzichten.

Zum Bildaufbau:

  • Der braune Hintergrund bringt die notwendige Ruhe ins Bild und gewährt den notwendigen Raum für das Motiv
  • Die drei Rosen bilden einen symbolischen Triptychon der die Ruhe im Bild verstärkt
  • Die grünen Blätter und Stiele der Rosen habe ich bewusst reduziert und mich auf das eigentliche Motiv der drei farbigen Rosen konzentriert.

Cool, man braucht kein großes Heimstudio um ein tolles Bild zu fotografieren. Die richtige Belichtung in Verbindung mit einem ausgeglichenen Bildaufbau ist der Schlüssel zu einem schönen Bild.

Stay tuned!

Euer Gerhard

Rosen

Weisheit,Stärke,Schönheit

Die beste Kamera

Ein gerne zitierte Aussage diverser Fotografen besagt, dass die beste Kamera immer diejenige ist die man gerade bei sich hat.
Ich wollte gestern ein Eichkätzchen fotografieren und schraubte mir in der Eile versehentlich ein Weitwinkel an Stelle eines Teleobjektiv an meine Kamera.

Das eigentliche Motiv musste ich mir nachträglich mit einem Bildbearbeitungsprogramm aus dem Bid schneiden um noch – in einer schlechteren Qualität –  an das eigentliche Motiv zu kommen.

Egal, ich hab das Motiv im Kasten und jetzt ist mir klar warum wir so einen überdurchschnittlichen Vogelfutter Bedarf im Garten haben 🙂
Hätte ich nicht abgedrückt, sondern das richtige Objektiv geholt wäre mein Motiv schon verschwunden.

Also „Die beste Kamera ist immer die Kamera die man dabei hat!“

Stay tuned!
Euer Gerhard

 

Image

Die IKEA Perspektive

Ganz klar, die IKEA Perspektive gibt es als Begriff in der Fotografie noch nicht!

Ich glaube auch nicht, dass sich die IKEA Perspektive aufgrund meines Blog Eintrags als gängiger Begriff in der Fachliteratur durchsetzen wird.

Das Bild von meiner Verlobten ist mittels einer ungewöhnlichen Perspektive im IKEA Markt Köln Godorf entstanden. Der Titel für diesen Blog Eintrag lag also auf der Hand.

Beim gemütlichen Genuss einer Tasse Kaffee im dortigen Restaurant fiel mir die spannende Deckenkonstruktion auf und ich überlegte mir sogleich wie ich diese zur Verstärkung meines Motivs (meine hübsche Verlobten) nutzen konnte.

Ich nahm mein iPhone und kippte das Telefon circa 45 Grad nach Hinten, setzte meine Verlobte in die untere rechte Bildecke und drückte ab. Beim ersten Versuch lag der Fokus auf der Deckenkonstruktion und die Bildwirkung kam nicht wie gewünscht zum tragen.

Beim zweiten Versuch veränderte ich den Aufnahmewinkel, fokussierte auf meine Verlobte und drückte erneut ab.

Diese zweite Version gefiel mir und durch die gewählte Perspektive erzeugte ich eine interessante Linienführung die den Blick des Betrachters auf meine verlobte als Hauptmotiv lenken soll.

Diese im Bild genutzte Linienführung suggeriert dem Betrachter die Verwendung eines Weitwinkel Objektives und arbeitet die vorhandene räumliche Tiefe im Restaurant heraus.

Was ist mir aufgefallen:

  • Eine tolle Aufnahme erfordert kein teures Equipment, sondern die gerade im Moment verfügbare Kamera ist die beste Kamera.

  • Die Technik ist immer nur ein Werkzeug um die Bildidee umzusetzen, nicht jedoch diese zu entwickeln

Ich glaub ich muss jetzt öfter Deckenkonstruktionen genauer betrachten.

Stay tuned!

Euer Gerhard

Meine hübsche Verlobte

Meine hübsche Verlobte

Das Haus und die Ampel

Es gibt immer wieder Situationen in denen man ein Motiv erkennt aber nachdem man das Bild zuhause ansieht, wirkt das ursprüngliche Bild nicht so wie das Motiv vor Ort gewirkt hat.

 

Die Ursachen sind meist bekannt und mit folgenden Fragestellungen verbunden:

  • War man nahe genug am Motiv, hat man die richtige Perspektive gewählt?

  • Hat man die Bildwichtige Aussage erarbeitet?

  • Welche Emotionale Bindung hat man zum Motiv bzw. hat man vor Ort gehabt?

  • Welche Geräusche/Gerüche haben bei der Wahrnehmung des Motivs mitgespielt?

  • Uvm.

Mir ging es dem abgebildeten Haus ähnlich. Der ersten Versuche ist misslungen, weil ich den Bildausschnitt zu eng gewählt hatte. Das Bild war langweilig, hatte keine Spannung und zeigte ein einfaches Haus.

Erst als ich mich beim zweiten Versuch entschlossen hatte die Ampel und den dazugehörigen Schlagschatten auf das Bild mitaufzunehmen gefiel mir das Bild.

Die Ampel erzeugt Fragen, erzeugt Interesse:

  • Warum steht an dieser Stelle eine Ampel?

  • Welche Straße führt an dem Haus vorbei?

  • Wie spät war es ? (Schlagschatten)

  • Wo wurde das Bild aufgenommen, Griechenland, Deutschland?

  • Uvm.

Apropos Schlagschatten, bei einem Kurzurlaub in Südtirol konnte ich ebenfalls ein Bild mit einem herrlichen Schlagschatten aufnehmen und ich bin mir sicher, dass dieses Bild ebenso viele Fragen aufwirft.

In diesem Sinne, fotografiert die Motive mehrere mal, wählt neue Perspektiven, achtet auf die Linienführung, komponiert das Bild neu und gebt niemals auf bei der Suche nach dem perfekten Bild.

 

Stay tuned!
Euer Gerhard

 

 

Haus in Hangelar

Haus in Hangelar

 

Fenster in Bozen

Fenster in Bozen

Der Kölner Dom

13.02.2014

Profifotografen predigen immer und immer wieder, daß es bei der Fotografie nicht auf die Technik, denn mehr auf das gewählte Motiv und die damit verbunde Bildsprache ankommt.

In den letzten Wochen habe ich vermehrt auf das Verwenden meiner DSLR Ausrüstung verzichtet und anstatt dessen, mit meiner kompakten Kamera fotografiert.

Am vergangenen Wochenende hatte ich nur einen kurzen Moment Zeit endlich einmal wieder den Kölner Dom vor die Linse zu bekommen und vergaß dabei komplett auf die Technik.

Ich hatte die Kamera zuvor einer alten Dame übergen, welche ich bat ein Foto von Freunden und mir zu machen. Es erschien mir am einfachsten das Wahlrad der Kamera auf ‚A‘ für Automatik zu stellen und der Dame gelang trotz zitternder Hände ein super Schnappschuss.

Eine halbe Stunde später stand ich vor dem Kölner Dom und erinnerte mich an folgende Fotografie Regeln:

  • Gehe so nah wie möglich an das Motiv ran
  • Suche Dir eine besondere Perspektive
  • Zeig eine neue Seite, welche von Deinem Motiv noch nicht bekannt ist

Noch nicht bekannt, bei einem der meist fotografierten Motive der Welt? Scherz!!!

Ich habe mich dennoch nicht einschüchtern lassen, bin ran ans Motiv, hab eine neue Perspektive gesucht und hab auf die Kamera Einstellungen völlig vergessen.

Das Bild des Doms ist im Automatik Modus der Kamera entstanden und mit Lightroom hab ichs noch ein wenig bearbeitet.
Das Ergebnis gefällt mir ausgezeichnet und die Profifotografen hatten recht: „Ein gutes Foto hängt nicht von der Technik“ ab.
So long, stay tuned!
Euer Gerhard
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