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Ein – gutes – Schwarz/Weiß Foto?

Die Frage was ein gutes Schwarz/Weiß Foto ausmacht beschäftigt mich schon seit längerem. Schwarz/Weiß ist eine Ausdrucksform der Fotografie die sich immer noch großer Beliebtheit erfreut und genügend Potential hat um ausgebaut zu werden. Egal ob Analog oder Digital, jeder ambitionierte Fotograf wird an der beeindruckenden Ausdrucksform der Schwarz/Weiß Fotografie nicht vorbei kommen.

Wer kennt nicht die wunderbaren Landschaftsaufnahmen aus dem Yosemite National Park eines Ansel Adams, die berühmten Straßenfotografien eines Henri Cartier-Bresson oder die beeindruckenden Portraits eines Yousuf Karsh?

Doch was macht den Glanz, die Anmut dieser Bilder aus? Liegt es rein an der entsprechenden Schwarz/Weiß Ausarbeitung in Verbindung mit der Dodge and Burn Technik in Photoshop oder geröhrt einfach mehr dazu?

Für mich erfordert Schwarz/Weiß Fotografie immer eine gehörige Portion Abstraktionsfähigkeit, ein ausgewogenes Kontrastverhältniss sowie ein Auge für das Erkennen von Licht- und Schattenspiel.

Doch diese Elemente reichen für ein gutes Schwarz/Weiß Bild mit einer gehörigen Portion Spannung nicht aus, vielmehr unterstreichen diese die Bildaussage eines Motivs. Wie immer in der Fotografie ist unser Bildverständnis durch die jahrhundertelange Entwicklung der Kunstgeschichte beeinflusst und erfordert daher ein gutes Geschick für die richtige Mixtur von Motiv, Bildsprache und Bildgestaltung.

Im Umkehrschluss bedeutet dies für mich, dass nicht die Schwarz/Weiß Entwicklung als solches ein Bild zu einem guten Foto macht, sondern, daß zuerst die zentralen Elemente der Bild- Gestaltung/Sprache stimmig sein müssen. Treffen diese Elemente stimmig zusammen unterstreicht Schwarz/Weiß die Wirkung und Anmut des gewählten Motives.

Schwarz/Weiß lenkt unser Auge nicht durch bunte Farben auf die unwesentliche Elemente im Bild ab, sondern fordert den Betrachter auf sich auf die Bildaussage des vorliegenden Fotos zu konzentrieren.

Fazit:
Wenn wir die Botschaft eines Bildes nicht verstehen, wird auch die Schwarz/Weiß Ausarbeitung nicht mehr zu einem guten Foto verhelfen.

Stay tuned
Euer Gerhard

Buchempfehlungen:

400 Photographs von Ansel Adams erschienen im Verlag Little, Brown and Company

Karsh Potraits von Yousuf Karsh erschienen im Verlag von University of Toronto Press

Stairway to heaven Baum beim Sportplatz SDC10377

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Der Kölner Dom

13.02.2014

Profifotografen predigen immer und immer wieder, daß es bei der Fotografie nicht auf die Technik, denn mehr auf das gewählte Motiv und die damit verbunde Bildsprache ankommt.

In den letzten Wochen habe ich vermehrt auf das Verwenden meiner DSLR Ausrüstung verzichtet und anstatt dessen, mit meiner kompakten Kamera fotografiert.

Am vergangenen Wochenende hatte ich nur einen kurzen Moment Zeit endlich einmal wieder den Kölner Dom vor die Linse zu bekommen und vergaß dabei komplett auf die Technik.

Ich hatte die Kamera zuvor einer alten Dame übergen, welche ich bat ein Foto von Freunden und mir zu machen. Es erschien mir am einfachsten das Wahlrad der Kamera auf ‚A‘ für Automatik zu stellen und der Dame gelang trotz zitternder Hände ein super Schnappschuss.

Eine halbe Stunde später stand ich vor dem Kölner Dom und erinnerte mich an folgende Fotografie Regeln:

  • Gehe so nah wie möglich an das Motiv ran
  • Suche Dir eine besondere Perspektive
  • Zeig eine neue Seite, welche von Deinem Motiv noch nicht bekannt ist

Noch nicht bekannt, bei einem der meist fotografierten Motive der Welt? Scherz!!!

Ich habe mich dennoch nicht einschüchtern lassen, bin ran ans Motiv, hab eine neue Perspektive gesucht und hab auf die Kamera Einstellungen völlig vergessen.

Das Bild des Doms ist im Automatik Modus der Kamera entstanden und mit Lightroom hab ichs noch ein wenig bearbeitet.
Das Ergebnis gefällt mir ausgezeichnet und die Profifotografen hatten recht: „Ein gutes Foto hängt nicht von der Technik“ ab.
So long, stay tuned!
Euer Gerhard
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