Archiv der Kategorie: Farb Fotografie

Erfahrungsbericht: People Fotografie auf Deutschland Tour

Bilder von meiner beruflich bedingten Tour durch Deutschland darf ich Euch aus Urheber- und Datenschutzrechtlichen Gründen leider keine zeigen. Über die fotografischen Erfahrungen, die ich während der Tour gesammelt habe, möchte ich Euch dennoch gerne berichten. Alljährlich sind wir aufgefordert für unsere regionalen Kollegen, über die bevorstehende Neuerungen und Änderungen im Geschäft (Produkte, Prozesse und IT) Vorträge zu halten.

In den letzten Jahren gab es nur vereinzelt Kolleginnen und Kollegen die Schnappschüsse über Vortragende und Publikum ins firmeninterne Intranet eingestellt und veröffentlicht hatten, ein fotografischer Anspruch war weder gefordert, noch konnte diesem nachgekommen werden.

Dieses Jahr hatten wir es uns zum Ziel gesetzt, nebst der gehaltenen inhaltlichen Präsentation, an jeden Tag ein kurzes Resümee über den Ablauf des Tages mit den Kolleginnen und Kollegen im Intranet zu veröffentlichen. Ziel war es, dass auch Mitarbeiter auf diese Beiträge zugreifen konnten, die nicht an der Veranstaltung teilnahmen, oder einfach noch einmal den Tag Revue passieren lassen wollten.

Im Intranet ist es auch möglich Fotos zu publizieren und so kam ich auf die Idee, diese Tour fotografisch zu dokumentieren. Gleich zur ersten Station der Tour nahm ich meine Kamera mit und musste mich schnell mit diversen Herausforderungen solcher Aufnahmen befassen.

Zu diesen Herausforderungen gehörten:

  • Der Wechsel von Kunst- und Tageslicht während des Tagesverlaufs
  • Die Helligkeit des Tageslichts durch die strahlende Sonne oder dem wolkenverhangenen Himmel
  • Kollegen die während des Vortrags stark gestikulierten und viel Platz im Raum durch ständige Bewegung vor dem Publikum einnahmen
  • Unterschiedliche Kleidung der Vortragenden, von einfarbig bis bunt, von hell bis dunkel
  • Vortragende geblendet durch das Beamer Licht, welches die Präsentationen der Vortragenden an die Wand projizierte
  • Vortagende neben dem Beamer Licht, welches die Vortragenden komplett in den Schatten eintauchte
  • Verschiedene Beschaffenheit der Räume

Es gelangen mir einige Aufnahmen, aber zu wenige gute Aufnahmen. Den Aufnahmen fehlte zum Teil die richtige Belichtung, oder auch die Schärfe der Motive saß am falschen Ort. Gleichzeitig hatte ich es mit einem knack roten Teppich zu tun, der den Weißabgleich der Kamera irritierte und meine Bilder unnatürlich wirken ließ. Die geringe Bildausbeute forderten mich dazu auf mich stärker mit Basisfragen der Fotografie zu beschäftigen.

  • Was sollen die Bilder erzählen?
  • Was sind die bildwichtigen Elemente?

 

Was sollen die Bilder erzählen?

Die Bilder sollten den aktiven Dialog zwischen den Vortragenden und dem Publikum aufzeigen und gleichzeitig einen Bezug zum besprochenem Thema herstellen.

Was sind die Bildwichtigen Elemente?

Die bildwichtigen Elemente leiten sich aus der Erzählung ab und aus diesem Grund entschied ich mich sowohl die Belichtung als auch den Fokus Vortragenden, bzw. auf das Publikum auszurichten.

Wie war mein Lösungsweg?

Zuerst konzentrierte ich mich auf die korrekte Belichtung der Vortragenden. Ich entschied ich mich für die mittelbetonte Belichtungsmessung. Ich wende diese Belichtung in dem Moment an, als der Vortragende an der Grenze zwischen dem hell projizierten Vortragsbild und dem Schatten der dunklen Räumlichkeit stand. Diesen Belichtungswert übertrug ich in den manuellen Modus (M) der Kamera. Da ich den Vortrag nicht durch ständiges blitzen stören wollte, die Bewegung der Vortragenden weder verwischt noch verwackelt sein sollten wählte ich eine hohe ISO Zahl (1250) und eine Verschlusszeit von einer neunzigstel Sekunde. Ich nahm einige Probeaufnahmen auf und die Ergebnisse waren deutlich besser. Damit verbunden musste mich nicht mehr primär auf die korrekte Belichtung konzentrieren.

Als zweites entschied ich mich die fokussier Methode der Kamera auf AF Verfolgung (AL Servo, bzw. AF-C) zu stellen und wählte das zentrale Messfeld. Damit konnte ich die Schärfe der gestikulierenden und sich bewegenden Vortragenden konstant halten.

Den veränderten Lichtbedingungen während des Tages begegnete ich durch Erhöhung der Verschlusszeit. Damit ich eine gut ausbalancierte Tiefenschärfe erreichte, verwendete ich zudem während der gesamten Veranstaltung die Arbeitsblende f/5.6.

Die technischen Belange der Aufnahmen hatte ich im Griff, jetzt konnte ich mich voll und ganz aufs dokumentieren und erzählen der eigentlichen Geschichte konzentrieren.

Das große Learning war, dass nicht jedes Bildgestaltungsmittel zu jedem Vortragenden passte und mir sehr bald bewusst wurde, dass ich einerseits meine Aufnahme Position (Perspektive) als auch den Bildausschnitt bzw. die Brennweite anders wählen musste.

Während die einen Vortragenden eine starke Bildwirkung durch den fotografierten Dialog mit Publikum hervor riefen, waren es bei den anderen Vortragenden die Gesten und Gesichtsausdrücke die für sich alleine genug Inhalt für ein gutes Bild boten.

Nicht zu unterschätzen waren auch die  Linienführung im Raum die ich im Griff haben musste. Für die Bildwirkung war es total wichtig, die Linien im Raum zu kennen und bewusst einzusetzen. Einige der Räume konnten durch Schiebetüren aufgeteilt werden, die dafür am Boden vorgesehenen – störenden – Schienen musste ich bei Sortierung der Linien im Griff haben.  Was dabei gar nicht funktionierte, war das Stilmittel der leicht schräg gestellten Motive, da ich sehr schnell mit stürzenden Linien im Bild konfrontiert wurde. Die schräge Darstellung der Vortragenden ließ sich nicht mit den dadurch nach unten aus dem Bild laufenden Texte auf den Präsentationen kombinieren.

In insgesamt neun Terminen konnte ich enorm viel Erfahrung sammeln, neue Bildideen und Gestaltungsideen umzusetzen, sowie meine Kamera deutlich besser kennen lernen. Es stellte sich wiederum heraus, dass es das Beste ist, die Kamera immer mit dabei zu haben, solch eine Gelegenheit erhält man schließlich nicht jeden Tag.

Beim nächsten Blogeintrag gibt es dann auch wieder Bilder, versprochen!

Stay tuned
Euer Gerhard

 

By Fanzineredwiki (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Tolle Reportage über Peter Lindbergh

Peter Lindbergh ist wie Ihr vielleicht schon wisst, mein Lieblingsfotograf.
Es sind nicht ausschließlich die Bilder von Peter Lindbergh, sondern auch die Persönlichkeit des Fotografen selbst, welche mich fasziniert. Peter Lindbergh wirkt auf mich, von dem was ich über Ihn in diversen Reportagen gesehen, gehört und gelesen habe, innerlich ruhend, bodenständig und ohne jegliche Star Allüren.

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Zitat der Woche (13)/Hermann Krone

Hermann Krone Selbstporträt 1858 (01)

Hermann Krone, via Wikimedia Commons


 

Im Licht. Durchs Licht. Zum Licht.


Hermann Krone (* 14. September 1827 in Breslau; † 17. September 1916 in Laubegast) war ein deutscher Fotograf, Wissenschaftler, Hochschullehrer und Publizist. Er gründete das Historische Lehrmuseum für Photographie in Dresden und gilt als einer der bekanntesten und besten Fotografen des 19. Jahrhunderts.

Krone, geboren als Sohn eines Lithografen und Enkel eines Buchdruckers nahm nach dem Besuch des St. Elisabeth-Gymnasiums in Breslau an der Universität Breslau 1843 ein naturwissenschaftliches Studium auf. Bereits im ersten Semester begann er mit fotografischen Experimenten und dem Eigenbau einer Kamera.

Ab 1849 studierte er dann an der Dresdner Kunstakademie und war für kurze Zeit ein Schüler Ludwig Richters. 1851 eröffnete er in Leipzig ein Fotoatelier. Da er dort jedoch als Preuße ein „Ausländer“ war, wurde er bereits nach wenigen Monaten ausgewiesen und musste das Atelier an die Fotografin Friedericke Pommer abgeben. Krone siedelte darauf hin nach Dresden über, erlangte das Dresdner Bürgerrecht und eröffnete 1853 in Dresden erneut ein Fotostudio sowie nun auch eine private fotografische Lehranstalt.[2] Seine 1853 aufgenommene Serie des Elbsandsteingebirges ist für Sachsen der Beginn der Landschaftsfotografie.

 


1856 fertigt Hermann Krone in der Sächsischen Schweiz eine der frühesten fotografischen Höhlenaufnahmen der Welt (KRONEHÖHLE, Sächsischer Höhlenkataster Nr. SH-57). Er gilt neben seinen epochalen fotografischen Leistungen als ein Begründer wissenschaftlicher Höhlenforschung Sachsens, er nahm genetische Studien und anthropospeläologische Arbeiten vor. Im wissenschaftlichen Verein ISIS berichtete er zusammenfassend über „Höhlen, Thore und Grottenbildungen in dem Sächsisch-böhmischen Elbtalgebirge“, legte Sinter aus Sandsteinhöhlen vor und machte mittelalterliche Funde in der später nach ihm benannten KRONEHÖHLE. Mit einer Reihe von Beispielen erläutert er seine Gedanken zu einer Art Kondenswasserkorrosion in beschatteten Nischenbereichen.

Ab 1870 bis 1907 hielt er Vorlesungen und Praktika zur Fotografie am Polytechnikum, der späteren Technischen Hochschule Dresden. Zum Professor wurde er 1895 ernannt. Hermann Krone arbeitete mit den frühen Verfahren der Daguerreotypie und Kalotypie sowie später mit industriell gefertigten Fotomaterialien.
Für Lehrzwecke legte er eine große Sammlung von Fotografien der unterschiedlichsten Verfahren an, die einen hohen kulturhistorischen Wert hat. 1907 übergab er diese Sammlung dem Wissenschaftlich-Photographischen Institut der Technischen Hochschule Dresden, dem heutigen Institut für Angewandte Photophysik der TU Dresden.
Zusammen mit seinem Sohn Johannes Krone nahm er im Jahr 1874 als Fotograf an einer deutschen Expedition auf die Aucklandinseln teil, die der Beobachtung des Venustransits vom 9. Dezember 1874 die der Beobachtung des Venustransits vom 9. Dezember 1874 diente. Über diese Expedition verfasste er einen unter dem Titel Vater und Sohn auf Weltreise erschienenen Bericht.

Hermann Krone starb 1916 in Laubegast bei Dresden. Sein Grab auf dem Trinitatisfriedhof ist nicht erhalten.

Zitat der Woche (12) / Helmut Newton

Helmut Newton Grave headshot crop

Quelle: By Ralf Liebau, stimmte der Veröffentlichung unter GNU zu, cropped Beyond My Ken (Own work) [GFDL or CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons


„I don’t give a fuck about culture.“

Quelle: ARTdokumentation – Helmut Newton,2004


Helmut Newton [ˈnjuːtn̩] (ursprünglich Helmut Neustädter; * 31. Oktober1920 in Berlin; † 23. Januar2004 in Los Angeles) war ein deutsch-australischer Fotograf.

Helmut Newton wurde 1920 als Sohn einer wohlhabenden jüdischen Knopffabrikantenfamilie in Berlin unter dem Namen Helmut Neustädter geboren. Bis 1936 besuchte er das Gymnasium, welches er aber abbrach, nachdem er schon zu dieser Zeit mehr dem Schwimmen, den Mädchen und dem Fotografieren zugetan war. Er begann im selben Jahr bei der damals bekannten Berliner Fotografin Yva (Else Neuländer-Simon) eine Lehre als Fotograf. Nach einem Berufsverbot musste sie 1938 ihr Atelier schließen und zählte später zu den Opfern des Nationalsozialismus. Zu der Zeit, kurz nach seinem 18. Geburtstag, am 5. Dezember 1938, flüchtete Newton vor den Nazis aus Deutschland in Richtung Singapur. Dort arbeitete er zwei Wochen lang als Bildreporter bei der The Straits Times, bevor er wegen „Unfähigkeit“ entlassen wurde.

Die Kriegsjahre ab 1940 verbrachte er in Australien, wo er zunächst als LKW-Fahrer bei der Armee und beim Eisenbahnbau arbeitete. 1945 eröffnete er ein Fotostudio in Melbourne. Ein Jahr später nahm er die australische Staatsangehörigkeit an. 1948 heiratete er die Schauspielerin June Browne (Schauspielerpseudonym June Brunell, da es schon eine Schauspielerin mit dem Namen June Browne gab), mit der er bis zu seinem Tod zusammenlebte. Sie war seit den 1970er Jahren selbst als Fotografin unter dem Pseudonym Alice Springs tätig.

Ab 1956 arbeitete Helmut Newton für die australische Ausgabe der Vogue, die sein Hauptarbeitgeber wurde. Nach und nach verpflichteten ihn auch die französische, italienische, amerikanische und die deutsche Ausgabe, sowie auch weitere Modezeitschriften. Seit den 1970er Jahren war Newton einer der begehrtesten und teuersten Mode-, Werbe-, Porträt- und Aktfotografen der Welt. 1976, als Newton bereits 56 Jahre alt war, erschien sein erster Bildband White Women, der kurz nach der Veröffentlichung mit dem Kodak-Fotobuchpreis ausgezeichnet wurde.

Seit 1981 lebte Helmut Newton mit seiner Frau June Newton in Monaco – die Wintermonate verbrachte das Paar in Los Angeles. Newton starb im Alter von 83 Jahren in der Nacht vom 23. auf den 24. Januar 2004 nach einem Verkehrsunfall mit seinem Cadillac in Los Angeles im Cedars-Sinai Medical Center. Sein Wunsch war es, in seiner Geburtsstadt Berlin beigesetzt zu werden. Am 2. Juni 2004 wurde seine Urne in einem Ehrengrab auf dem III. Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße in Berlin-Friedenau in der Nähe des Ehrengrabes von Marlene Dietrich beigesetzt. Unter den Trauergästen waren unter anderem Bundeskanzler Gerhard Schröder, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und der britische Schauspieler Roger Moore.


Links:
Helmut Newton Stiftung
Helmut Newton – Bildbände
Aktuelle Helmut Newton Ausstellungen

 

 

 

 

 

Boris Becker – Staged Confusion

Zeebrugge 2013 © Boris Becker und VG Bild - Kunst Bonn. Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur

Zeebrugge 2013 © Boris Becker und VG Bild – Kunst Bonn. Die Photographische Sammlung / SK Stiftung Kultur


Die Ausstellung
Vita Boris Becker
Der Ausstellungskatalog
Fotos aus dem LVR Bonn


Die Ausstellung:

Ich möchte Euch heute auf die Ausstellung des Fotografen Boris Becker im LVR Landesmuseum Bonn die ich besucht habe, aufmerksam machen.

Boris Becker, nicht etwa der ehemalige deutsche Tennisprofi und Olympiasieger, sondern der 1961 in Köln geborene Fotograf ist einer der bedeutendsten deutschen Fotografen der Gegenwart.

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Zitat der Woche (11) / Henri Cartier-Bresson

Henri Cartier-Bresson widely regarded as one of the great photographers of the 20th century has died aged 95 file photograph

Henri Cartier-Bresson Foto
by: REUTERS/Charles Platiau


„Fotografieren ist wie Bogenschießen: richtig zielen, schnell schießen, abhauen.“


Henri Cartier-Bresson (* 22. August 1908 in Chanteloup-en-Brie, Département Seine-et-Marne, Frankreich; † 3. August 2004 in Montjustin, Provence) war ein französischer Fotograf, Regisseur, Schauspieler, Zeichner, Maler und Mitbegründer der Foto-Agentur Magnum. Er wurde durch seine künstlerische Schwarzweißfotografie bekannt. Im Zweiten Weltkrieg entkam er zweimal aus deutscher Kriegsgefangenschaft und fotografierte die Befreiung von Paris. Weiterlesen

Erzherzog Karl

Eine Frage der Perspektive

Man soll auch einmal die Perspektive wechseln um interessante oder gar neue Eindrücke eines Motivs zu fotografieren, meinen Profifotografen in allen Fotobüchern, Online Tutorials und Foto Workshops.

Als ich begann, mich ernsthaft mit der Fotografie auseinanderzusetzen, war mir die Relevanz der Perspektive noch nicht bewusst und ich beschäftigte mich zu viel mit den technischen Belangen der Fotografie.

Das verändern der Perspektive erfordert meist auch die Veränderung der eigenen Position zum Motiv, womöglich sogar das einnehmen einer unbequemen Körperhaltung. Wer kniet schon gerne auf Asphalt oder mit der Kamera am Waldboden, während sich die Ameisen dem Körper entlang arbeiten?

Ich selbst gehöre eher zur bequemen Fraktion der Fotografen und ich muss mich häufiger überwinden um wirklich gute Bilder fotografieren zu können.

Neulich war ich wieder für ein Wochenende in Wien und meine Kamera war natürlich mit dabei. Wien bietet schier unendlich viele interessante Motive und langweilig wird einem in der Tag und Nacht pulsierenden Stadt ohnedies nie. Ein Motiv, von welchem mir noch nie ein gutes Bild gelang, ist die Reiterstatue Erzherzog Karls von Anton Dominik Fernkorn am Wiener Heldenplatz.

Fernkorn hielt der psychischen und körperlichen Belastung des Auftrags nicht stand: Noch vor der Fertigstellung des Standbildes des Prinzen Eugen wurde er unter ärztliche Aufsicht gestellt und verbrachte schließlich den Rest seines Lebens in einer Irrenanstalt.
[Quelle: Die Welt der Habsburger]

Ich hatte mehr Glück als Fernkorn und dieses Mal näherte ich mich aus Richtung Volksgarten an die Statue. Durch die genaue Beobachtung fiel mir auf, dass der Blick des Erzherzogs nach hinten führt, der Rest der Statue jedoch nach vorne in Richtung der zweiten Statue des Prinzen Eugens ausgerichtet ist.

Aus der Portraitfotografie ist mir bekannt, dass Blicke die Spannung im Motiv erzeugen und den Betrachter ans Bild fesseln. Damit das Bild wirklich funktioniert, musste Ich nur mehr den Kontext zwischen dem Blick des Erzherzogs und der kriegerischen Körperhaltung der Statue herstellen.

Erzherzog Karl, der Bruder des Kaisers Franz II./I.,  besiegte in der Schlacht von Aspern als erster Feldherr Napoleon und war ein besonders mutiger Vertreter des Hauses Habsburg.

Ich bin mit dem Bildergebnis zufrieden, für mich hat sich das Wechseln der Perspektive jedenfalls gelohnt. Das Bild ist nicht langweilig und ich habe wieder etwas dazugelernt du werde meine Bequemlichkeit jetzt öfters beiseitelegen.

Viel Spaß beim Perspektive wechseln!

Stay tuned!
Euer Gerhard

p.s.:
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Link: Zwei Männer zu Pferd küren den Heldenplatz

 

Zitat der Woche (10) / Richard Avedon

Richard Avedon
Foto by: Andy Bey, Herb Jordan at Avedon’s Studio 2004

 

„Ohne Fotografie ist der Moment für immer verloren, so als ob es ihn nie gegeben hätte.“

 


Richard Avedon (* 15. Mai 1923 in New York City; † 1. Oktober 2004 in San Antonio, Texas) zählt zu den bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts.

Richard Avedon wurde als Kind russisch-jüdischer Immigranten am 15. Mai 1923 in New York City geboren. Avedon trat mit 14 Jahren als Schriftsteller (mit James Baldwin) hervor; nach der Militärzeit studierte er bei Alexey Brodovitch in New York am Design Laboratory. Den ersten Auftrag erhielt Avedon von der begabten Fotografin Lillian Bassman, die für Junior Bazaar als künstlerische Leiterin tätig war. 1946 gründete er das Richard Avedon Studio in New York und belieferte fortan den New Yorker mit Porträtfotografien. Von 1945 bis 1965 war er als Fotograf für die Modezeitschrift Harper’s Bazaar tätig wo er stark durch den Stil der Fotografin Louise Dahl-Wolfe geprägt wurde. Ab 1947 arbeitete Avedon auch für Vogue. Er galt fortan als das Wunderkind der Modefotografie. Bereits 1950 verlieh ihm der Art Directors Club in New York die Highest Achievement Medal. 1957 wurde Avedons Karriere in dem Musical Ein süßer Fratz verfilmt.Fred Astaire spielte dabei die Rolle des Modefotografen „Dick Avery“. Avedon selbst arbeitete als visueller Berater am Film mit.

Avedon wurde zunächst als Modefotograf bekannt, wo er durch seine fantasievolle Gestaltung wegweisend wirkte. Er war der erste, der das Studio verließ und Haute Couture in alltäglicher Umgebung darstellte. Am bekanntesten ist ein Bild zur Dior-Collection geworden, auf dem das US-amerikanische Fotomodell Dovima in einem Stall vor angeketteten Zirkuselefanten posiert.

Neben der Mode- wandte er sich der Porträtfotografie zu. Wie breit sein Interessengebiet ist, zeigt unter anderem seine Dokumentation der Bürgerrechtsbewegung im Süden der USA im Jahr 1963. Avedon ging aber auch in Kliniken, porträtierte dort Geisteskranke und, als bitteres Statement gegen den Krieg, vietnamesische Kinder, die im Krieg von Napalm verbrannt worden waren. Dies ist das einzige Mal, dass in seinen Bildern Gewalt zu sehen ist, denn er war der Überzeugung, dass Bilder von Gewalt nur wieder Gewalt erzeugen.

Avedon starb am Freitag, dem 1. Oktober 2004, an den Folgen einer Hirnblutung in Texas mit 81 Jahren. Er war unterwegs für eine Wahlkampf-Reportage.

Quelle: Wikipedia


Links:


 

LED Lichterkette (c) Gerhard Posch

Licht und Schatten

Zu den Fotos die mir besonders gut gefallen, gehören Motive in denen der Fotograf geschickt mit dem Verhältnis von Licht und Schatten spielt. Das richtige Verhältnis von Licht und Schatten gehört für mich neben Bildaufteilung, Perspektive, Bildwirkung und diversen technischen Aspekten zur Essenz einer gelungenen Bildaussage.

Wirklich bewusst geworden ist mir die Essenz Licht und Schatten erst richtig in der Auseinandersetzung mit den Inhalten des in der Edition PROFIFOTO erschienen Buchs ‚CAPTURING Light – Das Herz der Fotografie‘ von Michael Freeman.

Dieses Buch aus dem mitp-Verlag hat beim Deutschen Fotobuchpreis 2014 die Auszeichnung „Siegertitel – Silber“ gewonnen und dient mir als Inspirationsquelle.  Es hilft mir dabei die verschiedenen Lichtstimmungen besser zu identifizieren und für meine Aufnahmen zu nutzen.

Eine Ausprägung von Licht und Schatten die Freeman auf den Seiten ‚146 – 151‘ im Kapitel ‚Gemustertes Licht‘ beschreibt, habe ich mir als Vorbild für eine meiner neuesten Aufnahmen genommen.

Die LED Dekoration in unserem Bad zeichnet in der Dunkelheit ein wundervolles Muster auf die Fließen im Hintergrund und erzeugt dadurch eine romantisch ausgeglichene Stimmung im Bad.

Bei der ersten Auseinandersetzung mit diesem Licht und Schattenspiel störten mich die Kabel der Lichterkette und ich versuchte sie nach hinten zu drehen. Dies hatte zur Folge, dass sich auch die Lichter (Goldenen Kugeln) drehten und die wirkungsvollen Schatten verloren gingen. Ich habe mich dann für die Muster an der Wand entschieden, denn ohne die Muster geht die Bildaussage des Motivs völlig verloren.

Diese kleine Veränderung zeigte mir, dass störende Elemente nach hinten treten, wenn dadurch die dominierenden Elemente für die Bildwirkung nicht aus dem Vordergrund gerückt werden.

Zur Umsetzung des Bildes:

  • Kamera am Stativ
  • Fokus auf die mittlere Kugel neben der Schildkröte
  • Blende F/8.0 bei ISO 100, Belichtungszeit 2 Sekunden
  • Objektiv: 50mm Festbrennweite
  • Spiegelverriegelung ein, Kabelauslöser
  • Reine RAW Bearbeitung, kein Photoshop

Gute Motive finden sich auch zu Hause in der eigenen Wohnung und sie lassen sich relativ einfach in aussagekräftige Bilder umsetzen. Lasst Euch in Eurer Fotografie nicht durch teurere Studio Umgebungen, aufwendige Lichtsets und langwierige Photoshop Nachbearbeitungen blenden oder gar behindern.

Wichtig ist, dass Euch die Fotografie Spaß macht und Ihr immer das notwendige Interesse für Eure Motive mitbringt.

Stay tuned,
Euer Gerhard

Links:

Zitat der Woche (9) / Karl Lagerfeld


„Was ich an Fotos mag, ist, dass sie einen Moment festhalten, der für immer weg ist und den man unmöglich reproduzieren kann.“


Aktueller Bildband: 
Choupette: Aus dem Leben einer Katze an der Seite von Karl Lagerfeld


 

Karl Otto Lagerfeld (* 10. September 1933 in Hamburg) ist ein deutscher Modeschöpfer, Designer, Fotograf und Kostümbildner.

Neben der Mode und der Kostümbildnerei entdeckte Lagerfeld 1987 die Fotografie als neues Betätigungsfeld. 1996 erhielt er für seine Arbeiten den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie.[104] Vom 11. November 2006 bis 18. Februar 2007 wurden 350 Fotografien und Multimedia-Installationen Lagerfelds in der Berliner Galerie C/O Berlin ausgestellt. Unter dem Titel One Man Shown zeigten sie alle das US-amerikanische Fotomodell Brad Kroenig, das der Designer entdeckt und gefördert hatte. Die klassischen Schwarzweiß-Porträts, die in einem Zeitraum von dreieinhalb Jahren entstanden und sowohl Modeaufnahmen als auch Aktfotografien einschlossen, waren beim Publikum erfolgreich.

Die Kritik reagierte verhalten und teilweise ablehnend auf die fotografischen Studien Lagerfelds. Während das Magazin Der Spiegel die Gleichförmigkeit der Bilder anprangerte und attestierte, dass der Modeschöpfer auch Langeweile perfekt verkaufen könne, kritisierte der US-amerikanische Star-Fotograf David LaChapelle Lagerfeld als „Dilettanten“, welcher der Geschichte der Fotografie nichts Neues hinzuzufügen hätte. Lagerfeld war u. a für die Werbekampagne der Champagnermarke Dom Pérignon verantwortlich und arbeitete dabei wieder mit Claudia Schiffer zusammen. Für den Volkswagen-Konzern inszenierte er die Werbung für das Phaeton-Modell und ist ebenfalls im Werbefilm für eine Sonderedition des Golf zu sehen.

Für die Märzausgabe 2011 des deutschen Playboy fotografierte er Natalia Wörner. In einer modernisierten Fotostory des antiken Mythos von Daphne und Chloe nach dem griechischen Dichter Longus inszenierte er die beiden Models Baptiste Giabiconi und Bianca Balti vor der Naturkulisse Südfrankreichs. Der Bildband Moderne Mythologie aus dem Jahr 2013 zeigt Lagerfelds Vorstellung des idyllischen Lebens in monumentalen Schwarzweiß-Fotografien, angelehnt an die klassische Textquelle.

Quelle: Wikipedia